Smart City: embe auf Zukunftsexpedition?
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Smart City: embe auf Zukunftsexpedition?

Smart City: embe auf Zukunftsexpedition?

Unter dem Begriff Zukunft stellen sich die meisten Leute unterschiedliche Dinge vor. In vielen Science-Fiction-Filmen, welche in fernen Epochen spielen, sieht man häufig fliegende Autos durch enge und verchromte Straßengassen flitzen oder Magnetschwebebahnen durch dichtbesiedelte Großstädte gleiten – Hochglanz und Technologie beherrschen diese Zeiten.

Doch nicht ohne Grund wird in diesem Film-Genre von Fiction gesprochen. Es ist Erfindung, vielleicht ein Wunschgedanke, aber wohl erstmal nicht die Realität. Verchromt sind die Städte dieser Welt noch lange nicht, fliegende Autos maximal eine Rarität.

Was allerdings nicht ist, kann ja noch werden. Forschungen werden intensiver, die Möglichkeiten der Entwicklung besser und unsere Welt dadurch Schritt für Schritt moderner.

 

Skepsis und Chance: Ahaus als Modelregion

Geht es um die Zukunft, fällt zwangsläufig auch immer wieder das Wort Digitalisierung.

Unter Einbeziehung von Technologie sollen soziale und geschäftliche Prozesse verbessert werden – sie ändert die Art und Weise, in der ein Unternehmen mit seinen Kunden interagiert. Doch runzeln noch immer viele Menschen die Stirn, wenn in den Medien über mechanisch-automatisierte Arbeitsabläufe berichtet wird. Kontaktloses bezahlen, bestellen oder einchecken begegnet uns spätestens seit Corona im Alltag, ist vielen Leuten aber noch immer suspekt – besonders älteren Mitbürgern.

Dass Skepsis aber Euphorie weichen kann, zeigt die Stadt Ahaus im westlichen Münsterland. 40.000 Menschen leben in der Borkener Gemeinde und sind in den letzten Jahren zum Versuchskaninchen geworden – denn Ahaus ist eine Smart City. Durch Technologieeinsatz werden unterschiedliche Probleme der Stadtentwicklung gelöst. Im Gegensatz zur normalen Stadt soll eine Smart City mittels Digitalisierung effizienter, nachhaltiger und fortschrittlicher sein.

Ahaus hatte mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie viele andere Groß- und Kleinstädte in Deutschland: Leerstand, mangelnde Belebung der Innenstadt, Mobilität auf dem Land, Angebote im Bereich Tourismus und Freizeit sowie Personalmangel im Gastronomiebereich. Um all diese Themen anzugehen, setzt Ahaus auf smarte Anwendungen via App, entwickelt von Softwarefirma Tobit, die im Münsterland ihren Hauptsitz hat und Ahaus kontinuierlich weiterentwickelt.

 

Heimische Delegation auf Erkundungstour

Eine Kostprobe dieses Smart-City-Flairs hat nun auch eine Delegation aus Bad Berleburg, samt unseres Agentur-Geschäftsführers Andreas Bernshausen, hautnah erleben dürfen, als sie vor zwei Wochen zu Besuch in Ahaus war.

Und die Wittgensteiner staunten nicht schlecht, was mittels Mobiltelefons sowie bedienungsfreundlicher chayns-App alles möglich ist.

Diese ist das Hauptinstrument der nahezu kontaktlosen Lebensweise in Ahaus. Da an vielen Stellen Personal fehlt, haben sich die Stadtentwickler für diesen Schritt entschieden. In vielen Restaurants wird beispielsweise kinderleicht vom Tisch aus bestellt und direkt bezahlt – das spart rund 30 Prozent Personalkosten, nur zum Platz wird das Essen noch gebracht.

Auch gegen fehlende Kundschaft in der Innenstadt hat Ahaus eine digitale Lösung gefunden: Die Stadt hat einen begehbaren Onlineshop mit 90 Händlern eingerichtet, die dort ihre Waren ausstellen – ohne Verkaufspersonal, sodass das Geschäft auch spät abends oder an den Wochenenden geöffnet ist. So ist es allen Händlern möglich, ihre Produkte zentral anbieten zu können, ohne hohe Personalkosten oder Geschäftsmieten zahlen zu müssen. Konkurrenzkampf um den besten Standort in der Stadt gibt es dadurch kaum noch.

Hinzu kommt ein voll-digitaler Supermarkt, der 24 Stunden geöffnet hat. Nur zum Einräumen der Regale werden Mitarbeiter benötigt. Neuerdings hat Tobit auch ein leerstehendes Hotelgebäude erschlossen und neueröffnet – ebenfalls vollkommen digital. Ein- und auschecken, Licht ein- und ausschalten oder Badewasser einlassen funktioniert alles über das Smartphone. Lediglich die Reinigung erfolgt noch analog – wobei die Putzkräfte selbst wiederum über die App den Räumen zugeteilt werden. Selbst eine Disco wird über die chayns-App betrieben.

 

Bad Berleburg: Lernen und kopieren?

In Ahaus läuft diese Umstellung des alltäglichen Lebens wie wir es kennen, hin zum Semi- oder Voll-Digitalen hervorragend. Auch die Bürger der Stadt sind stolz auf die fortschrittliche Denkweise und Modernisierung ihrer Heimat. Eben auch, weil sie das Leben in Ahaus verbessert, vereinfacht und effizienter gemacht hat – dort ist die Skepsis der Euphorie gewichen.

Nun stellt sich unweigerlich die Frage, ob ein solches Konzept auch für unsere Region wünschenswert und umsetzbar ist.

Um dieses Thema vollumfänglich beantworten zu können, ist es noch zu früh. Fakt ist aber schon jetzt, dass ein solches Konzept wie in Ahaus in den Überlegungen der Wittgensteiner eine Rolle spielen sollte. Denn auch unsere Heimat hat Probleme mit Leerstand, mangelnder Belebung der Innenstadt, Mobilität, Angeboten im Bereich Tourismus und Freizeit sowie Personalmangel in der Gastronomie.

 

Mindestens eine zusätzliche Perspektive für die Region

Für unsere Agentur – besonders im Hinblick auf unsere Partner, die allesamt positive Veränderung schaffen wollen – wäre es jedoch fahrlässig, nicht über den Tellerrand hinauszublicken und sich die Smart City im Münsterland nicht als Vorbild zu nehmen. Der Besuch in Ahaus diente deshalb auch der Erweiterung unseres eigenen Horizonts. Allein, um auf dem neusten Stand zu bleiben und ganz andere Lösungsätze kennenzulernen, damit wir gemeinsam ein besseres Morgen schaffen können – auch in Wittgenstein.

Denn dafür bedarf es keiner Quantensprünge in die Zukunft, samt fliegender Autos oder verchromten Straßen. Dafür reicht schon ein Blick nach Ahaus.